Berufsverband der Augenärzte
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Düsseldorf, 08.12.04
Tumor oder Schlaganfall - ablesbar im Auge
Der Ausfall von Teilen des Gesichtsfeldes kann verschiedene Krankheiten zur Ursache haben. In vielen Fällen merkt der Patient überhaupt nicht, dass Teile seines Gesichtsfeldes eingeschränkt sind, da die zentrale Sehschärfe ja nicht beeinträchtigt ist. Umso wichtiger ist die gezielte Kontrolle, denn Ausfälle des Gesichtsfeldes können auch auf andere Erkrankungen hinweisen. In der augenärztlichen Praxis kommt es immer wieder vor, dass der Facharzt aufgrund einer eingeschränkten peripheren Sicht einen Schlaganfall diagnostiziert. Die Symptome des Schlaganfalls wie Lähmungserscheinungen mögen zurückgehen, doch die Gefahr ist deshalb oftmals noch nicht gebannt. Anhand von Gesichtsfeldausfällen in typischer Form kann der Augenarzt feststellen, dass das Problem noch nicht behoben ist und den Patienten zur Behandlung an den Neurologen oder den Hausarzt überweisen. Auch Hypophysentumoren, meistens gutartige Wucherungen im Hirnbereich, werden häufig vom Augenarzt entdeckt, sie bringen eine sehr charakteristische Einschränkung der peripheren Sicht mit sich. Betroffene sehen dann regelrecht wie mit Scheuklappen - für Autofahrer kann das zur Katastrophe führen. Bleibt ein solcher Tumor unerkannt, führt er im schlimmsten Fall zur Blindheit. Je nach Form des Gesichtsfeldausfalls kann der Augenarzt sogar erkennen, wo im Hirn eine Störung vorliegt.
Rettung vor Blindheit durch regelmäßigen Augencheck
Besonders schlimm ist es, wenn die periphere Sicht aufgrund eines Glaukoms eingeschränkt ist. Auch bekannt als grüner Star betrifft diese Erkrankung des Sehnervs rund 800.000 Menschen in Deutschland. Prof. Friedburg mahnt daher zur Früherkennung: "Wird das Glaukom zu spät erkannt, hat es unter Umständen schon zu viele Zellen des Sehnervs und der Netzhaut zerstört. Die Einschränkung des Gesichtsfeldes ist beim Glaukom nicht rückgängig zu machen - die Sicht des Patienten lässt sich also nicht wieder herstellen." Eine regelmäßige Vorbeugeuntersuchung mit Sehnerv-Check und Untersuchung des Augeninnendrucks beim Augenarzt verhindert, dass es bei einer Glaukom-Erkrankung überhaupt so weit kommt. Eine seltenere Ursache solcher Gesichtsfeldausfälle sind so genannte degenerative Erkrankungen der Netzhaut, etwa die Retinitis Pigmentosa. Dr. Uwe Kraffel, 1. Vorsitzender des BVA, zur Bedeutung der regelmäßigen Untersuchung: "Zur Bewertung der Sehkraft gehört unbedingt auch die Untersuchung des Gesichtsfeldes dazu, ein einfacher Sehtest beim Augen-Optiker reicht da nicht aus. Denn die umfangreiche Diagnostik des Augenarztes zielt nicht nur auf die gute Sicht des Patienten ab, sondern auch auf mögliche Allgemein- und schwere Augenerkrankungen."