Berufsverband der Augenärzte
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Düsseldorf, 10.11.04
Augenarzt statt Selbstmedikation
Da es zahlreiche unterschiedliche Ursachen für das Trockene Auge gibt, ist für die Diagnose die fachliche Kompetenz des Augenarztes wichtig. Er kann erkennen, was genau hinter den unangenehmen Symptomen steckt und daraufhin eine zielgerichtete Therapie einleiten. Eine Vielzahl von Medikamenten können die Beschwerden lindern oder ganz beseitigen. Eine Möglichkeit zum Beispiel: "künstliche Tränen". "Das sind Präparate, die auf Polymer-Basis den Tränenfilm nachahmen", so Prof. Horst Brewitt, Leiter des Ressorts "Trockenes Auge" vom BVA. "Allerdings muss der Augenarzt individuell abklären, welches Mittel für einen Betroffenen geeignet ist. Von einer unkontrollierten Anwendung rate ich ab, weil die verschiedenen Präparate unterschiedliche Eigenschaften und Wirkungen haben. Je nach Form des Trockenen Auges können wir ein individuelles Therapiekonzept für unsere Patientinnen und Patienten erstellen". Dr. Uwe Kraffel, 1. Vorsitzender des BVA weist auf ein gesundheitspolitisches Problem hin: "Diese Medikamente werden meist nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt, obwohl sie nachgewiesenermaßen Entzündungen und Sehverlust und damit auch weitere Folgekosten vermeiden helfen. Den Entscheidungsträgern fehlt dabei die mangelnde Weitsicht". Neben der medikamentösen Behandlung existieren weitere hilfreiche Maßnahmen wie etwa feuchte Kompressen, Lidrandreinigung oder eine Brille mit anatomisch angepasstem Seitenschutz. Da das Trockene Auge ein komplexes Krankheitsbild darstellt, ist eine nicht fachgerechte Selbstmedikation problematisch. Gerade die beliebten "Weißmacher" verschlimmern das Trockene Auge noch: Diese Art Augentropfen verengen die Gefäße und bewirken so kurzfristig ein weißes Auge. Sie reduzieren jedoch erheblich die Sauerstoffversorgung des Auges, so dass sie das Auge noch mehr austrocknen.
Kein Infektionsschutz ohne Tränenfilm
"Beim Trockenen Auge sprechen wir auch von einer Benetzungsstörung des Auges", so Prof. Brewitt. "Die Augenoberfläche erkrankt, weil nicht mehr genug Tränenflüssigkeit vorhanden ist oder die Zusammensetzung des Tränenfilms verändert. Das kann bei diversen Augenkrankheiten auftreten oder bei allgemeinen gesundheitlichen Problemen". Symptome gibt es viele: Schmerzen, gerötete Augen, ein Fremdkörpergefühl, Kratzen, Lichtempfindlichkeit, geschwollene Lider, Unverträglichkeit von Kontaktlinsen und einiges mehr - auch übermäßiges Tränen. Die Tränenflüssigkeit hält die Oberfläche des Augapfels geschmeidig und ist verantwortlich für den Schutz gegen Infektionen sowie die Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Ist das Auge trocken, wird es wund, die Sehfunktion eingeschränkt und die Infektionsgefahr erhöht. Gerade jetzt im Herbst und im Winter tritt das Problem vermehrt auf: In der trockenen Heizungsluft geschlossener Räume oder auch im klimatisierten Auto verdunstet der Tränenfilm leicht, und das Auge wird empfindlich. Für Betroffene gilt daher: öfter einmal das Fenster öffnen oder einen Luftbefeuchter aufstellen.
Trockene Augen - was kann ich selber tun?
Wichtigster Schritt - Bei Symptomen unbedingt zum Augenarzt, um die Ursache abzuklären. Der Facharzt muss eine Allgemeinerkrankung ausschließen können und eine Differenzialdiagnose gestellt haben.
Wenn der Augenarzt äußere Einflüsse als Ursache für die Trockenen Augen feststellt: