Berufsverband der Augenärzte
Deutschlands e.V. (BVA)

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Düsseldorf, 09.09.04

Augenärzte gewinnen erneut Prozess gegen Vertreter der "Winkelfehlsichtigkeit"

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat mit Entscheidung vom 7. September 2004 bestätigt, dass Augenärzte vor den Gefahren einer prismatischen Korrektur einer angeblichen "Winkelfehlsichtigkeit" durch Optiker bei Kindern und Jugendlichen warnen dürfen. Ein Optiker hatte mit dem Ziel geklagt, dem Berufsverband der Augenärzte (BVA) verschiedene Äußerungen in einer Pressemitteilung zu untersagen.

Der BVA hatte unter anderem darauf hingewiesen, dass beinahe 30 Prozent der Kinder, die aufgrund der von Optikern angewandten Messmethode der MKH mit Prismengläsern versorgt werden, nach einigen Jahren operiert werden müssen. Angegriffen war auch die Aussage, dass Heterophorie von Optikern in "Winkelfehlsichtigkeit" umbenannt werde und damit der Anschein erweckt werde, dass es sich um eine Fehlsichtigkeit handele, die Optiker vermeintlich "legal" mit Prismengläsern korrigieren dürfen. Bereits mit Urteil vom 28. Januar 2004 (Az. 34 O 157/03) hatte das Landgericht Düsseldorf die gegen diese Äußerungen des BVA gerichtete Klage kostenpflichtig abgewiesen (siehe PM vom 24.03.04). Die hiergegen eingelegte Berufung ist erfolglos gewesen.

Zunehmend gehen Optiker dazu über, Patienten wegen einer angeblichen "Winkelfehlsichtigkeit" mit Prismenbrillen zu versorgen. Die "Winkelfehlsichtigkeit" ist in den Augen der seriösen Augenheilkunde freilich keine Diagnose, sondern ein Kunstprodukt. Kurz-, Weit-, und Alterssichtigkeit (Fehlsichtigkeiten) durften Optiker seit den so genannten Refraktionsprozessen in den 60er Jahren mit Brillengläsern ausgleichen und auf Kassenkosten korrigieren, Fehlstellungen der Augen jedoch ausdrücklich nicht. Vielmehr ist die Augenglasbestimmung bei schielenden Personen Ausübung von Heilkunst, die nur Approbierten erlaubt ist. Was lag also näher als eine Wortneuschöpfung: "Winkelfehlsichtigkeit". Der 1. Vorsitzende des BVA, Dr. Uwe Kraffel, begrüßt die Tatsache, dass damit nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene, sondern jetzt auch auf dem Rechtsweg die Seriosität der konservativen Augenheilkunde bestätigt wurde. Der BVA wertet die Entscheidungen der Düsseldorfer Gerichte als Stärkung seines Bemühens, vor den Gefahren des Handelns einiger Optiker öffentlich warnen zu dürfen.


Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch unsere PM vom 24.03.04 und vom 30.03.01.
Stand: 09.09.04