Berufsverband der Augenärzte
Deutschlands e.V. (BVA)

1.Vorsitzender:
Dr.med. Uwe Kraffel
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Düsseldorf, 24.03.04

"Winkelfehlsichtigkeit" - Gericht bestätigt: Augenärzte dürfen vor Prismenbrillen vom Optiker warnen

In einem kürzlich ergangenen Urteil des Landgerichtes Düsseldorf wurde dem Berufsverband der Augenärzte bestätigt, dass er weiterhin vor Brillen warnen darf, die von Optikern angepasst werden.

Zunehmend gehen einige Optiker dazu über, Patienten wegen einer angeblichen "Winkelfehlsichtigkeit" mit teuren und meist unnötigen Prismenbrillen zu versorgen. Prismenbrillen sind nicht primär zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit gedacht, sondern sollen eventuelle Stellungsfehler der Augen ausgleichen. Die "Winkelfehlsichtigkeit" ist nach exakten Untersuchungen der wissenschaftlichen Augenheilkunde keine Diagnose sondern ein Kunstprodukt.

Prismatische Brillengläser stellen ein hochwirksames Mittel zur Behandlung eines Schielens dar. Dazu müssen sie jedoch vom fachkundigen Augenarzt angepasst werden. Falsch angewendet können sie schädlichen Einfluss ausüben.

Es ist bekannt, dass nach Versorgung mit derartigen Brillen durch Optiker ohne vorherige augenärztliche Untersuchung bis zu 30% der so "Behandelten" sich einer Operation unterziehen mussten. Wird nämlich eine gefundene Abweichung mit Prismen korrigiert, wird regelmäßig eine Größenzunahme dieser Abweichung beobachtet. Damit wird eine Operation oft unvermeidlich.

Augenärzte warnen ausdrücklich davor, ohne vorherige augenärztliche Untersuchung Prismenbrillen vom Optiker anpassen zu lassen. Bei den erheblichen Kosten einer jeden Brille ist es unbedingt ratsam, vorher das neutrale und kompetente Urteil eines Augenarztes einzuholen.

Gegen eine entsprechende Pressemitteilung des BVA vom 30.03.01 hatte ein Optiker geklagt. Das Landgericht Düsseldorf (AZ: 34 O 157/03) hat nunmehr festgestellt, dass derartige Warnungen nicht zu beanstanden sind, diese Warnungen damit zu Recht ausgesprochen werden und die Augenärzte ihre Patienten weiter informieren dürfen.

Der 1. Vorsitzende des Berufsverbandes der Augenärzte, Dr. Kraffel, begrüßt es, dass nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene, sondern jetzt auch auf dem Rechtsweg die Erkenntnisse und das praktische Vorgehen der Augenärzte bestätigt wurden.

BVA-Ansprechpartner Herr Dr.U.Kraffel, 1.Vorsitzender des BVA, Telefon: 0177-3238335


Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch unsere PM vom 09.09.04 und vom 30.03.01
Stand: 09.09.04