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Düsseldorf 12.04.2000
Justitia auf einem Auge blind? - Augenärzte helfen
Mit Bestürzung hat der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands davon Kenntnis genommen, daß die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf gegen zwei am dortigen Dominikus-Krankenhaus tätigen Augenärzte in 1.300 Fällen ermittelt. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands sieht nach derzeitigem Kenntnisstand keinen Anlaß, am korrekten Handeln der Düsseldorfer Kollegen zu zweifeln. Nachdrücklich wendet sich der BVA gegen Presseberichte, wonach diese 1.300 Patienten gefährdet wurden. Zur Zeit gibt es keine wissenschaftlich begründete Meinung, daß die bei Augenoperationen verwendeten Spüllösungen ein Antibiotikum enthalten müssen. Entsprechend unterschiedlich verfahren Augenchirurgen dehalb auch bei der Staroperation, ein Eingriff, dem sich in Deutschland jährlich etwa 400.000 Patienten unterziehen, ohne daß es zu nennenswerten Komplikationen kommt.
Die Studie der Universitätsaugenklinik Magdeburg, die über den Stellenwert eines antibiotischen Zusatzes zur Spüllösung Auskunft geben sollte, wurde von der Ethikkommission in Magdeburg gebilligt und im Internet veröffentlicht, ohne daß sich bis jetzt jemand daran gestört hätte.